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Die Broschüre Unser Wald des Bundesministerin für Ernährung

21. März: Tag des Waldes

Etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands ist von Wäldern bedeckt. Obwohl in Deutschland die Waldfläche in den letzten Jahren um rund 10 Prozent zugenommen hat, steht es auf globaler Ebene nicht gut um den Wald. Weltweit werden jedes Jahr 13 Millionen Hektar vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern vernichtet. Neben dem Verlust wichtiger Lebensräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten hat dieser massive Waldverlust auch Auswirkungen auf unser Klima. Während in Deutschland der Wald vor allem für Holznutzung, Freizeitaktivitäten und Erholung genutzt wird, stellt er für viele Menschen in anderen Regionen eine notwendige Lebensgrundlage dar. Bereits Ende der 1970er Jahre hat die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (englisch: Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) als Reaktion auf die globale Waldvernichtung den 21. März zum Internationalen Tag des Waldes ausgerufen.
Deutschland: Zu einem Drittel bewaldet
 
Die heutige Verteilung von Wald, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Verkehrs- und Siedlungsflächen in Deutschland ist das Ergebnis menschlichen Handelns über Jahrhunderte hinweg. Der verbliebene Wald ist kein unberührter Urwald mehr. Er ist ein von Menschen geprägter Wirtschaftswald. Die Lebensgemeinschaften des Waldes sind gegenüber dem ursprünglichen Zustand zwar verändert, dennoch sind unsere Wälder in großen Teilen naturnah.
Deutschland ist eines der waldreichsten Länder der EU. Rund 11,1 Mio. Hektar, ein Drittel der Gesamtfläche unseres Landes, sind mit Wald bedeckt. Regional schwankt der Bewaldungsanteil sehr stark, z. B. zwischen 3 % im Landkreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) und 64 % im Landkreis Regen (Bayern). In den letzten vier Jahrzehnten nahm bei uns der Wald um ca. 1 Mio. Hektar zu. Mit 68 % wurde wieder ein beachtlicher Laub- und Mischwaldanteil erreicht. Auch stieg der Anteil der über 80-jährigen Bestände auf ein Drittel der Waldfläche an. Die Holzvorräte in Deutschland liegen bei 320 Kubikmetern je Hektar; das entspricht ca. 3,4 Mrd. Kubikmetern Gesamtvorrat. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit einen führenden Platz. Dies alles ist das Ergebnis der Bemühungen, nach den großen Waldverwüstungen des 19. Jahrhunderts und den Kahlschlägen infolge der beiden Weltkriege wieder ertragreiche und ökologisch wertvolle Wälder aufzubauen.
Die weitere Anhebung des Laub- und Mischwaldanteils ist weiterhin ein wichtiges Ziel. Privatwaldbesitzer und Gemeinden können dabei über staatliche Fördermaßnahmen unterstützt werden.
Wald nützt, schützt und bietet Erholung
Der Wald spielte für die Menschen schon immer eine wichtige Rolle. Ursprünglich versorgte er sie mit Nahrung, Brennholz, Werk- und Baustoffen und lieferte Futter für ihre Haustiere. Der Wald hat also immer viele Funktionen erfüllt.
 
Die Nutzfunktion

Unter der Nutzfunktion versteht man die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes:

  • Er liefert den nachwachsenden, umwelt- und klimafreundlichen Rohstoff und Energieträger Holz,
  • ist Rohstoffbasis für die heimische Holz- und Papierwirtschaft,
  • ist Grundlage für die Einkommen der Waldbesitzer und
  • bietet Arbeitsplätze gerade im strukturschwachen ländlichen Raum.
  • da fossile Rohstoffe, wie z. B. Erdöl und Erdgas, nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen, erlangt der Rohstoff Holz wieder eine zunehmende Bedeutung. Holz kann einer der wichtigsten Rohstoffe der Zukunft werden. In deutschen Wäldern steht dafür ein hohes Nutzungspotenzial zur Verfügung
     

 

Die Schutzfunktion
Der Wald erfüllt außerdem eine Vielzahl von Funktionen, die dem Schutz von Mensch und Umwelt dienen:
  • Er reguliert den Wasserhaushalt und sichert unsere Trinkwasserversorgung,
  • wirkt ausgleichend auf unser Klima und reinigt die Luft,
  • bindet Kohlendioxid in der Biomasse und trägt dadurch zur Verminderung des sog. Treibhauseffektes bei,
  • schützt vor Geröll- und Schneelawinen sowie vor Erosion,
  • schützt vor Lärm,
  • trägt wesentlich zum Biotop- und Artenschutz bei und
  • hat positive Auswirkungen auf das Landschaftsbild.
 
Rohstoff Holz: Vielseitig und umweltfreundlich
Deutschland zählt nicht nur in Europa, sondern weltweit zu den bedeutendsten „Holz-Ländern“. Das gilt sowohl bei der Produktion als auch beim Außenhandel mit Holz und Holzprodukten. Die wichtigsten Handelspartner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die Forstwirtschaft hat 2010 rd. 54,5 Mio. m3 Rohholz eingeschlagen und verkauft. Der Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre liegt bei rd. 61 Mio. m3. Von dem Jahreseinschlag übernimmt allein die Sägeindustrie mehr als die Hälfte. Da sie zudem auf das höherwertige Stammholz zurückgreift, ist sie der mit Abstand wichtigste Partner der Forstwirtschaft. Mit steigenden Preisen für fossile Energien hat die umweltverträgliche energetische Holznutzung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch das Recycling von Altpapier und Altholz ist ein wichtiger Faktor in der Rohstoffbereitstellung.
Die jährliche Nutzung von Waldholz ist in Deutschland nach wie vor niedriger als der Zuwachs. Deshalb steigen die Vorräte in den Wäldern weiter an. Die Holznutzung könnte erhöht werden, ohne gegen den Grundsatz der Nachhaltigkeit zu verstoßen.
Wirtschaftsfaktor Wald
Im Bereich des gesamten Wald- und Holzclusters arbeiten in Deutschland rd. 1,3 Mio. Menschen. Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 170 Mrd. €, wozu die Forstwirtschaft 5 Mrd. € beiträgt. Damit steht der gesamte Bereich Forst, Holz und Papier im Hinblick auf Umsatz und Arbeitsplätze bedeutenden anderen Wirtschaftsbranchen in Deutschland, wie dem Bergbau (14 Mrd. €) oder der Stahlindustrie (26 Mrd. €), nicht nach.
Weitere Infos:
Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA präsentiert in ihrem 32 Seiten umfassenden Bericht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldwirtschaft, formuliert dazu Forderungen und zeigt vorbildliche Beispiele für klimafreundliche Waldwirtschaft in den Alpen. Kostenloser Download unter www.cipra.org/de/alpmedia/dossiers/22.
Anlässlich des Tag des Waldes macht der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) auf die katastrophale Situation der weltweiten Regenwälder aufmerksam und fordert auch für Deutschland einen rationelleren Umgang mit Holz. „Mit jedem Wimpernschlag verliert unser Planet riesige Flächen Wald“, sagt NABU Präsident Olaf Tschimpke am 21. März 2012.
Zum Text:
Inhalte i.W. aus „Unser Wald“, BMELV, Unterabteilung 53 – Forstwirtschaft, Stand Februar 2011 (3. Auflage), Internet: www.bmelv.de 
SDW/BMVEL/fp

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