Waldbau

2021 wenig Saatgut – Erholung für die Bäume

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Die Saatgutmenge für die Wälder fällt 2021 voraussichtlich recht gering aus. Was im ersten Moment im Hinblick auf den klimastabilen Waldumbau schlecht klingt, bringt für die Bäume etwas positives mit sich: Sie sparen sich jede Menge Energie.

Die Prognose des potentiellen Saatgutvolumens von Wald und Holz NRW fällt dieses Jahr mäßig aus. Der jährlichen Erhebung liegen Meldungen aus allen Landesteilen zugrunde. Sie dient zur Vorbereitung der Saatguternte im Herbst.

Prognose wichtig für Baumschulen und Forstleute

„Die meisten Bäume haben in diesem Frühjahr gar nicht oder nur schwach geblüht. Das ist mit Blick auf die Wiederbewaldung schade. Andererseits bedeutet es für Bäume eine enorme Kraftanstrengung, viele tausend Samen zu produzieren. Die geringe Blüte kann also prinzipiell zur Erholung der Waldbäume beitragen, nach den letzten drei Stressjahren“, erklärt Saatgut-Experte Johannes Jesch. Für Baumschulen und Forstleute ist die Prognose wichtig, um die herbstliche Saatguternte vorzubereiten und die Verfügbarkeit von Pflanzgut zur Wiederbewaldung abschätzen zu können.

Auswirkungen ab 2023 spürbar

Üblicherweise ziehen Baumschulen die Samen in Beeten an, bevor Forstleute sie als meist zwei- bis vierjährige Bäumchen im Wald pflanzen. Die mäßige Ernte in diesem Jahr wird sich also ohne Ausgleich in den nächsten Jahren ab 2023 im Wald auswirken. Bei der Wiederbewaldung empfiehlt Wald und Holz NRW die vorhandenen, aus Samen der Altbäume gekeimten Bäumchen zu erhalten und nur inselartige Pflanzungen zu ergänzen. Ziel ist es, klimastabile Mischwälder von mindestens vier Baumarten zu entwickeln.

Ernte 2020 relativ gut

In den letzten Jahren führte das sehr reiche Blühverhalten bei fast allen Baumarten zu guten Saatguternten. Dabei kamen im vergangenen Jahr insbesondere bei den Rotbuchen, Eichen und Weißtannen größere Mengen zusammen. Auch bei der Kirsche fiel die Ernte in NRW 2020 relativ gut aus. Auffällig ist, dass Jahre, in denen es überhaupt eine so geringe Blüte der Nadelbäume gab, wie in diesem Jahr, schon lange zurückliegen.

Quelle: Wald und Holz NRW