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20 Jahre Nationalpark Sächsische Schweiz

20 Jahre Nationalpark Sächsische Schweiz

Unter dem Motto „Natur-Kultur-Mensch“ haben heute (28. Mai 2010) die Umweltministerin der Tschechischen Republik, Rut Bízková, und Sachsens Umweltminister Frank Kupfer in Bad Schandau die Festwoche zum Jubiläum 20 Jahre Nationalpark Sächsische Schweiz und zehn Jahre Nationalpark Böhmische Schweiz eröffnet.

Zwei Großschutzgebiete in zwei Ländern, aber einer Landschaft – dem Elbsandsteingebirge – feiern gemeinsam Geburtstag. Dies ist für mich mehr als nur ein ermutigendes Zeichen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Naturschutz und Tourismus leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem weiter zusammenwachsenden Europa und zur Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern“, betonte Minister Kupfer. Er würdigte zudem den Beitrag des Nationalparks Sächsische Schweiz zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zur Regionalentwicklung.

„Besonders artenreiche Waldlebensräume für Spechte, Eulen, Fledermäuse und einige Urwald-Reliktarten sowie die Kirnitzsch als ökologisch besonders wertvolles Fließgewässer sind exemplarische Beispiele für die Biodiversität in der Nationalparkregion“, hob Kupfer hervor. 40 Prozent der in Sachsen noch vorhandenen Altbäume der vom Aussterben bedrohten Weißtanne befänden sich zudem im Nationalpark.

Neben dem Schutz der Waldlebensräume und der Felsen dient der Nationalpark durch Angebote im Bereich Erholung, Information und naturkundliche Bildung auch der nachhaltigen Regionalentwicklung und Strukturverbesserung. Allein für die Instandhaltung der touristischen Infrastruktur hat der Freistaat Sachsen in den letzten zehn Jahren fünf Millionen Euro eingesetzt.

Hintergrundinformationen:

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist ein unmittelbares „Kind“ der Zeit vor der Wiedervereinigung. Mit ihrem letzten Beschluss gelang der ersten frei gewählten Regierung der DDR am 12. September 1990 die Festsetzung von fünf Nationalparken, sechs Biosphärenreservaten und drei Naturparken – darunter war auch der Nationalpark Sächsische Schweiz.

Mit einem Bewaldungsgrad von 93 Prozent ist der Nationalpark Sächsische Schweiz nicht nur felsen-, sondern zugleich auch waldreich. Vorrangiger Schutzzweck neben der Erhaltung der Felslandschaft ist die großflächige Sicherung eines weitgehend ungestörten Wirkens der Naturprozesse ohne nutzende und lenkende Eingriffe. Aufgrund der bisherigen Landnutzungsgeschichte lässt sich dies in der Sächsischen Schweiz allerdings nur schrittweise verwirklichen. Nach fast zwei Jahrzehnten waldbaulicher Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen konnten 2008 weitere 1 500 Hektar landeseigene Waldbestände einer weitgehend natürlichen Entwicklung überlassen werden. 54 Prozent beträgt der Anteil der Flächen, in denen sich die Natur von menschlichen Eingriffen ungestört entwickeln kann. Damit erfüllt der Nationalpark Sächsische Schweiz nunmehr die Anforderungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Der Nationalpark dient neben dem ganzheitlichen Schutz der Natur auch der Erholung und dem Naturerlebnis von jährlich mehr als zwei Millionen Besuchern. Mit 400 km markierten Wanderwegen, 50 km Radrouten, 755 anerkannten Klettergipfeln mit fast 13.000 verschiedenen Kletterwegen und einer Vielzahl von Aussichtspunkten bestehen dafür im Nationalpark Sächsische Schweiz sehr gute Voraussetzungen. Die Wege- als auch die Bergsportkonzeption wurden im Einvernehmen zwischen Nationalparkverwaltung, Kommunen sowie Verbänden und Vereinen erarbeitet und umgesetzt.

Als zentrale Informations- und Bildungsstätte dient das Nationalparkhaus in Bad Schandau. Ergänzung findet es durch mittlerweile sechs Informationsstellen im Gelände. Wildnisprogramme für Kinder und Jugendliche, Wanderangebote mit zertifizierten Führern sowie die Betreuung der Besucher durch Mitarbeiter der Nationalpark-Wacht ergänzen diese Angebote.

Die Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz ist eine Organisationseinheit des Staatsbetriebes Sachsenforst. Mit den Aufgaben eines Amtes für Großschutzgebiete ist Sachsenforst für die Nationalparkregion Sächsische Schweiz, das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und Sachsens größte Naturschutzgebiete „Königsbrücker Heide“ sowie „Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain“ zuständig.

Mehr Informationen im Internet unter: www.sachsenforst.de, www.nationalpark-saechsische-schweiz.de und www.ceskesvycarsko.cz.

 

SMUL

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