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Der Landesbetrieb Forst Brandenburg zeigte die Seilkranbringung mit einem Mittelstrecken-Seilkran (Valentini V/600)

2. KWF-Thementage schließen erfolgreich

Am 2. Oktober gingen in Schuenhagen die zweiten Thementage des Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) zu Ende. Mehr als 2.000 Besucher aus dem In- und Ausland informierten sich an zwei Tagen über das Thema „Umweltgerechte Bewirtschaftung nasser Waldstandorte“. An dreizehn Punkten wurden auf einem Geländeparcours Arbeitsverfahren praktisch demonstriert und Fragen der Holzernte, des Waldbaus, des Naturschutzes sowie der Arbeitssicherheit intensiv diskutiert.Die neutral präsentierten Arbeitsverfahren wurden im Gelände entlang eines Rundkurses auf mineralischen und organischen Nassstandorten gezeigt. Dabei wurde eine breite Verfahrenspalette geboten: von pferdeunterstützten Verfahren, über Ernte und Rückemaschinen mit Spezialfahrwerken bis hin zu Horizontalseilkränen. Zusätzlich zur Holzernte wurde auch thematisiert, welche waldbaulichen Perspektiven sich auf nassen Standorten bei sich ändernden klimatischen Bedingungen bieten können. Aktuelle Themen, wie z. B. das Eschentriebsterben, und Lösungsansätze beim Management von Kalamitätsbeständen wurden vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt war der Waldnaturschutz (Biotope, Artenschutz, Forstwirtschaft in Natura 2000-Gebieten). Für die Praxisvorführungen stellten einzelne Firmen die spezielle Ausrüstung bzw. Maschinen bereit. Die Kommentierung erfolgte durch erfahrene, neutrale Experten.In Ergänzung zu den Geländevorführungen erhielten interessierte Firmen die Möglichkeit, an eigenen Ständen die zum Thema passende Ausrüstung und Technik zu bewerben. Mehr als 30 Aussteller führten ihre zum Thema passenden Produkte vor. Dabei stießen Forstmaschinen, die für den Einsatz auf nassen Waldstandorten mit speziellen Bändern, angepasster Bereifung oder neuartigen Laufwerken ausgestattet waren, auf besonderes Interesse.Prototypen erregten AufmerksamkeitNeben Arbeitsverfahren, die erprobt sind, und für die es bereits Erfahrungen und gesicherte Leistungs- und Kosteninformationen gibt, erregte der Prototyp eines Flachlandseilkrans besondere Aufmerksamkeit. Die an der TU Dresden entwickelte Maschine war zum ersten Mal überhaupt in Aktion zu sehen. Zusammen mit einem künstlichen Endmast ermöglicht ein 15 m hoher Hauptmast ohne einen Sattel eine Trassenlänge von 400 m. Am Tragseil hängt ein neu konstruierter Laufwagen. Er trägt Kurzhölzer im Bündel aus dem Bestand. In Kombination mit dem ebenfalls als Prototyp vorgestellten Portalharvester ist ein Seiltrassen-Abstand von 50 m möglich. Er konnte allerdings noch nicht bei der Arbeit gezeigt werden.Fachforen mit DiskussionenDie Fachforen erfreuten sich reger Beteiligung. An beiden Nachmittagen fanden interessante Diskussionen und intensiver fachlicher Austausch statt. In dem Forum „Nasse Waldstandorte – Handlungsoptionen im Spannungsfeld Waldbau/ Naturschutz/ Ökonomie“ diskutierten Vertreter von Waldbesitz, Naturschutz und Wasserwirtschaft, welche forstlichen Handlungsoptionen denkbar sind und wie eine breite Akzeptanz der getroffenen Entscheidungen erzielt werden kann. Nasse Standorte sind aufgrund der Baumartenvielfalt nicht nur für den Waldbesitz, sondern auch für den Naturschutz und die Wasserwirtschaft von besonderem Interesse. Eberhard Reckleben (Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt) moderierte das Forum.Das Forum „Nasse Waldstandorte – Holzernte mit hohem Risiko!“ thematisierte Fragen des Arbeitsschutzmanagements, der Gefahrenabschätzung, alternative Fällungsmethoden und die Sicherheit von Arbeitsverfahren. Das Unfallrisiko bei der Bewirtschaftung nasser Waldstandorte ist extrem hoch und wird vielfach stark unterschätzt. Der Grund: Häufig ist eine motormanuelle Fällung Bestandteil der Holzernte, da Nassstandorte auf Befahrung mit schweren Maschinen sehr empfindlich reagieren. Zudem ist die Zeitspanne, innerhalb derer eine Holzernte überhaupt möglich ist, auf wenige Wochen in der Sommerzeit begrenzt. Prof. Dr. Jörn Erler (Institut für Forsttechnik Tharandt) moderierte dieses Forum.Plattform für den fachlichen ErfahrungsaustauschDie Veranstaltung bot eine Plattform für einen Erfahrungsaustausch für Besucher/innen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den benachbarten europäischen Regionen wie z. B. dem Baltikum, Skandinavien und insbesondere auch aus Polen. Rund 200 Gäste aus dem Ausland waren anwesend.Der Stellvertretende KWF-Vorsitzende, Robert Morigl freute sich abschließend sehr, „dass es dem KWF in Zusammenarbeit mit der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern insbesondere dem Forstamt Schuenhagen und Vorführern aus allen Bundesländern gelungen ist, die ideale Plattform für den fachlichen Erfahrungsaustausch zur Holzernte auf nassen Waldstandorten zu schaffen. Dabei sind wir auch Fragen des Naturschutzes und der Ökonomie nicht aus dem Weg gegangen, sondern haben diese kontrovers diskutiert.“Das KWF wird das Format der Thementage fortführen – neues Fokusthema, Ort oder Zeitraum stehen allerdings noch nicht fest.

KWF
Der Landesbetrieb Forst Brandenburg zeigte die Seilkranbringung mit einem Mittelstrecken-Seilkran (Valentini V/600) die Aufarbeitung mit Schreitharvester Menzi Muck und die Endrückung mit Radforwarder. Foto: Steinfath Gebirgsharvester Syncrofalke 4 0 t/Laufwagen Sherpa U 4 t: Das Rücken der Vollbäume erfolgt bodenschonend durch dickörtigen Lifteffekt (Bringungshöhe 10 bis 12 m). Foto: Steinfath

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