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18. Holzmarktkolloquium in Mecklenburg-Vorpommern

18. Holzmarktkolloquium in Mecklenburg-Vorpommern

„300 Jahre nachhaltiges Wirtschaften mit Holz“ lautete Thema des 18. Holzmarktkolloquiums, das am 3. Dezember in Graal-Müritz stattfand. In seinem Grußwort verwies Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf das Nachhaltigkeitsjahr 2013. „Wie die meisten von Ihnen wissen, liegt die Wiege des Nachhaltigkeitsgedankens in einer geregelten forstlichen Bewirtschaftung der Wälder“, erläuterte er. „Der sächsische Berghauptmann Hannß Carl von Carlowitz hat im Jahre 1713 als erster dem Forstwesen ein eigenes Buch gewidmet, in dem er die uns vertraute Nachhaltigkeitsformel nicht mehr zu nutzen als nachwächst formulierte.“
Vor 300 Jahren reagierte von Carlowitz auf eine Zeit der Energiekrise. Die Erzgruben und Schmelzhütten des Erzgebirges mussten mit enormen Holzmengen als Energiequelle versorgt werden. Zudem trugen Bevölkerungs- und Städtewachstum stark zur Holznot bei. „Heute geht es nicht nur darum, den Holzbedarf für eine wachsende Industrie und den zunehmenden Energiebedarf zu decken, sondern auch, das Ökosystem Wald mit all seinen Funktionen und Leistungen zu erhalten und zu mehren“, so Dr. Backhaus. „Aus den vielschichtigen Ansprüchen an den Wald ergibt sich ein umfangreicher gesellschaftlicher Konflikt. Von der Politik erwartet man, diesen Konflikt zu lösen. In Mecklenburg-Vorpommern haben wir diese notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung zur Entwicklung von Strategien der nachhaltigen Sicherung und Stärkung der ökonomischen, ökologischen und kulturellen Funktionen des Waldes nunmehr im Landeswaldgesetz verankert.“
Erst eine Woche zuvor wurde der Dialogprozess zwischen Fachverbänden, Interessenvertretern und Öffentlichkeit mit dem gerade etablierten „Landeswaldforum“ auf eine neue Stufe gehoben. Minister Backhaus: „Von diesem Landesforum verspreche ich mir bis 2015 Vorschläge für einen breiten Interessenausgleich.“
 
In Mecklenburg-Vorpommern ist der Holzeinschlag zwar von 1,3 Mio Fm (2001) um 55 % auf 2,0 Mio Fm (2011) gestiegen, aber längst nicht ausreichend, um die stetig wachsende Nachfrage zu decken. So sagen Schätzungen, dass in Deutschland der Holzbedarf im Jahr 2030 das Aufkommen um ein Viertel übersteigen wird. Diskutiert werden müssten in diesem Zusammenhang Themen wie die Forcierung der Waldmehrung, die Erhöhung der nachhaltigen Holznutzung oder die Stärkung der forstlichen Bewirtschaftung.
 
„Vor dem Hintergrund einer Waldvernichtung von jährlich 15 Mio ha weltweit müssen wir auch international unserer Verantwortung gerecht werden“, betonte der Minister. „Und hoffentlich gelingt es Deutschland, im Carlowitz-Jahr 2013 einen Sitz im ersten internationalen Sekretariat der Europäischen Waldkonvention zu gewinnen.“
LU MV

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