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Die Abkürzung PEFC steht für die englische Bezeichnung "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes", also ein "Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen".

15 Jahre PEFC-Zertifikat in Mecklenburg-Vorpommern

Am 1. Dezember 2003 wurde in Mecklenburg-Vorpommern der Startschuss für das Zertifizierungssystem PEFC gegeben. Seitdem erweist sich diese Zertifizierung der nachhaltigen Waldwirtschaft im Land als eine Erfolgsgeschichte. 

In Mecklenburg-Vorpommern sind 38 % der gesamten Waldfläche – sie liegt bei 558.000 ha – im Besitz eines PEFC-Zertifikats für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Das entspricht einer zertifizierten Waldfläche von mehr als 205.000 ha. 91 % dieser zertifizierten Flächen – rund 188.000 ha – befinden sich im Besitz vom Land und Bund. Diese Zahlen gab Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der Festveranstaltung zur 15-jährigen Vergabe des PEFC-Siegels in Ivenack bekannt (26.9.2018).

Weltweit werden inzwischen mehr als 314 Mio. ha Waldfläche nach den Standards von PEFC bewirtschaftet, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Vorgaben festschreibt. Deutschlandweit sind es knapp 7,5 Mio. ha und damit zwei Drittel der Waldfläche.

„Vor 15 Jahren – am 1. Dezember 2003 – haben wir in Mecklenburg-Vorpommern den Startschuss für die PEFC-Zertifizierung gegeben. Seitdem erweist sich das Zertifizierungssystem für uns als Erfolgsgeschichte“, sagte der Minister unter Verweis auf den 91-prozentigen Anteil zertifizierter Flächen im Landes- und Bundeswald.

In Mecklenburg-Vorpommern gehören 41 % der Waldfläche dem Land, 9 % dem Bund, 10 % gehören Körperschaften wie Gemeinden und Kommunen; der Anteil privater Waldbesitzer liegt bei 40 %. Der Waldanteil an der gesamten Landesfläche liegt bei 24 %.

Herausforderungen für die forstliche Praxis und Forschung

Minister Backhaus verwies auf der Festveranstaltung auch auf die Herausforderungen für Forstwirtschaft und -forschung vor dem Hintergrund des Klimawandels. Bedingt durch die anhaltende Trockenheit der zurückliegenden Monate hatte die Forstwirtschaft etwa 30 bis 40 % weniger Holzzuwachs zu verzeichnen als in den Vorjahren; ein Drittel der Neuanpflanzungen vertrocknete. Zudem konnten sich Schädlinge – etwa der Borkenkäfer – aufgrund der Wärme drastisch vermehren. „Wir haben das Problem des Klimawandels erkannt und schon 2010 ein Maßnahmekonzept zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel erarbeitet. Vordringliches Ziel ist die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Wälder an sich verändernde klimatische Bedingungen“, so Backhaus.

Seit mehr als 20 Jahren investiert das Land in den Umbau nicht standortgerechter Waldbestände auf durchschnittlich 800 ha je Jahr jährlich 4 Mio. €. Aktuell seien bereits drei Viertel der Waldbestände Mischwälder. Beim Anbau von Nadelbäumen setze Mecklenburg-Vorpommern auf ertragreiche Arten wie Douglasie, Tannen- und Lärchenarten. „Außerdem beteiligen wir uns an bundesweiten Züchtungsinitiativen wie FitForClim zur Erzeugung von hochwertigem Forstvermehrungsgut für den klimaangepassten Wald“, sagte der Minister weiter.

Das mit der Globalisierung gewachsene Risiko der Schädlingseinschleppung stelle die Forstwirtschaft ebenfalls laufend vor neue Herausforderungen. Minister Backhaus verwies auf das durch einen eingeschleppten asiatischen Pilz verursachte Eschentriebsterben. „Ich bin zuversichtlich, dass es mit unserem 2016 gestarteten, bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe angesiedelten Forschungsprojekt gelingt, resistente Eschenpflanzen zu erzeugen, um diese wertvolle Baumart zu retten“, so Backhaus.

Mit einem weiteren Forschungsprojekt, ebenfalls angesiedelt bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), wolle Mecklenburg-Vorpommern auf lange Sicht zur Verbesserung der Lebensräume für Insekten in den Wäldern beitragen.

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Red./Quelle: LU Mecklenburg-Vorpommern

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