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Olaf Schmidt, Leiter des zentrums wald-forst-holz weihenstephan, führte durch die Veranstaltung

15 Jahre Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan

Am 9. Oktober fand im Foyer des Forstgebäudes der Technischen Universität München (TUM) eine kleine Festveranstaltung anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan (ZWFH) statt.

In den 1990er-Jahren ergab sich für die Forstwelt in Deutschland eine einmalige Situation: Drei forstliche Institutionen – die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die TUM und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) – wurden direkte Nachbarn auf dem Campus Freising Weihenstephan. Am 8. Mai 2003 wurde eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan unterzeichnet. Ziel war es, den Standortvorteil besser zu nutzen sowie eine Geschäftsstelle für gemeinsame Herausforderungen und Öffentlichkeitsarbeit zu etablieren. „Das Besondere ist, dass hier tatsächlich der persönliche Austausch zwischen Mitarbeitern, Professoren und Abteilungsleitern intensiv und direkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis erfolgen kann“, erläuterte Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und derzeitiger Leiter des ZWFH.

Den Festvortrag der Veranstaltung hielt Prof. Dr. Gerd Wegener. Wald und Holz ist nach seinen Worten für die Menschheit genauso unverzichtbar wie sauberes Wasser oder Essen. Ein Drittel der Erdoberfläche ist mit Wald bestockt. Diese Wälder entsprechen rund 85 % der weltweiten pflanzlichen Biomasse. Der Wald gibt uns Luft zum Atmen. In unserer Gesellschaft hingegen wird der Wald in seiner eigentlichen Bedeutung verkannt. Er dient in der öffentlichen Meinung zur Erholung und zum Pilze sammeln. Wegener hob auch noch einmal die Bedeutung des Clusters Forst und Holz hervor. „Für eine globale Zukunft haben wir die Verpflichtung sowohl den Wald zu erhalten als auch die Nutzung von Holz zu sichern“, betonte Wegener.

Dätzel-Medaille

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan verleiht seit 2011 jährlich die Georg-Dätzel-Medaille für besondere Leistungen bei der Anwendung, Umsetzung und Verbreitung von Waldwissen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an eine österreichische Einrichtung. Die Silbertaler Waldschule ist eine Einrichtung des Regionalverbands Stand Montafon in Vorarlberg. Ein Projektziel der Waldschule ist es, die Bedeutung der Bewirtschaftung und Pflege des Schutzwaldes durch verschiedenste Aktionen mit Kindern und Erwachsenen in der breiten Bevölkerung zu verankern. Die Silbertaler Waldschule wurde 2005 als erste derartige Einrichtung in Vorarlberg initiiert. Mit den Aktionen sollen der Bevölkerung die Arbeit im Wald sowie die Erhaltung und Wiederherstellung der Schutzfunktion und das Waldökosystem näher gebracht werden.

Rainer Soppa
 

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