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14. September 2011: Tag der Tropenwälder

14. September 2011: Tag der Tropenwälder

Anlässlich des Tages der Tropenwälder am 14. September appelliert der Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, Klaus Borger, an Unternehmen wie auch an die Verbraucherinnen und Verbraucher, bei Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen auf heimisches Holz zu setzen.
„Es gibt auch bei uns im Saarland Baumarten mit hervorragenden Eigenschaften, die dazu beitragen können, die Nachfrage nach Tropenhölzern einzuschränken“, so Borger. Buche und Eiche etwa eigneten sich hervorragend zur Herstellung von Furnieren oder als Werkstoff u. a. zur Herstellung von Massivholzmöbeln. Aus dem Holz von so genannten Edellaubholzarten wie z.B. Kirsche, Bergahorn und Esche lassen sich exklusive Möbel und Einrichtungsgegenstände herstellen, und das robuste Holz von Douglasie und Robinie sei hervorragend geeignet für den Außenbereich.
„Wer also heimisches Holz nutzt, schützt unsere Tropenwälder, fördert heimische holzverarbeitende Unternehmen und sichert die Arbeitsplätze unserer Waldbetriebe. Unsere saarländischen Waldbesitzer bewirtschaften ihre Wälder auf Grundlage des saarländischen Waldgesetzes nachhaltig und meist naturnah. Im Zuge der geplanten Novelle des Waldgesetzes stellt sich auch das Saarland, wie im Koalitionsvertrag verabredet, seiner internationalen Verantwortung und wird wichtige Neuerungen in einen entsprechenden Gesetzentwurf aufnehmen“, so der Staatssekretär.
Die Tropenwälder der Erde sind nach wie vor gefährdet. Jährlich werden ca. 15 Millionen Hektar Wald zerstört und meist in andere Nutzungsformen umgewandelt. Dazu gehört insbesondere auch der Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen, die als Viehfutter den immer noch steigenden Fleischhunger decken soll, mit dramatischen Folgen für die Ökosysteme und das Weltklima. Aber auch die Nachfrage nach Tropenhölzern für die Herstellung z.B. von Möbeln lässt die Wälder weiter schwinden. Weltweite Zertifizierungssysteme versuchen zumindest dieser Entwicklung zu begegnen.
Klima-Bündnis Zum Tag der Tropenwälder
Trotz vieler Anstrengungen und politischer Willensbekundungen, schreitet die zunehmende Abholzung der tropischen Wälder voran und führt nicht nur zu einer ökologischen Zerstörung, sondern gefährdet auch das Überleben der Menschen, die von und in den Wäldern leben, so das Klima-Bündnis in einer Pressemeldung zum Tag der Tropenwälder am 14. September.
Antreiber dieser Zerstörungen seien weiterhin große Infrastrukturmaßnahmen, wie z.B. der Bau von Straßen und großen Wasserkraftwerken sowie die Ausbreitung der Landwirtschaft. In Brasilien gebe es anhaltende Auseinandersetzungen um den Bau des Wasserkraftwerkes von Belo Monte, das große Gebiete überfluten und mehrere indigene Gemeinden aus ihren angestammten Gebieten vertreiben wird. Es soll das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk werden.
Aber auch der weltweite Hunger nach Energie verstärke die Zerstörung der Tropenwälder. Die Erdölförderung in vielen Regenwaldgebieten führe meist zur Ölverseuchung der Böden und des Wassers. Hinzu komme der immer noch zunehmende Anbau von Ölpalmen zur Deckung des Bedarfes an Pflanzentreibstoffen, vor allem in Europa.
In dem Abschlussdokument des 1. Regionalen Gipfels Amazonien, der vom 15. bis 18. August 2011 in Manaus stattfand, beklagten die VertreterInnen der Indigenenorganisationen aus den neun Anrainerländern Amazoniens, die gemeinsam die COICA bilden (Koordination der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens), die zunehmende Zerstörung der Regenwälder und die damit einhergehende Bedrohung ihres Überlebens und ihrer Rechte.
Da die Zerstörung der Wälder weltweit mit fast 20 Prozent am Klimawandel beteiligt ist, haben sich die Mitglieder des Klima-Bündnis schon bei ihrer Gründung vor mehr als 20 Jahren nicht nur zum kommunalen Klimaschutz, sondern auch zum Erhalt der Regenwälder verpflichtet. Sie tragen dazu bei, indem sie auf den Einkauf von Tropenholz aus illegalem Handel verzichten und die Indigenenorganisationen der COICA unterstützen.
Auf internationaler Ebene werden große Hoffnungen für den Schutz des Klimas und den Erhalt der Wälder in marktbasierte Instrumentarien gesetzt wie z.B. REDD (Reduzierung der Emissionen aus Waldzerstörung und Walddegradation). Doch diese Abkommen werden von den indigenen Partnern des Klima-Bündnis sehr kritisch gesehen: „Wenn die Industrieländer nicht bereit sind, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, wird REDD+ alleine den Klimawandel nicht aufhalten“, warnte Alberto Pizango, Präsident der AIDESEP, der nationalen Indigenenorganisation Perus, in Manaus.
Die kritische Betrachtung von REDD und seine Auswirkungen auf indigene Völker vor allem in Amazonien ist deshalb auch das Thema einer Veranstaltung, die das Klima-Bündnis gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Oro Verde am 13. Oktober in Berlin durchführen wird.
Tag der Tropenwälder
 
Der Tag der Tropenwälder wurde 1989 vom WWF initiiert und findet seitdem jährlich am 14. September statt. Das Datum geht zurück auf den Geburtstag des bedeutenden Amazonas-Forschers Alexander von Humboldt. Mit dem Aktionstag wird auf die Zerstörung der Tropenwälder und ihre Folgen für Mensch und Umwelt hingewiesen.
 
 
MUEV, Klima-Bündnis, WWF

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