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Managing an invasive tree species – silvicultural recommendations for black cherry (Prunus serotina Ehrh.)

Quelle: Forstarchiv 86; 5, 139-152 (2015)
Autor(en): ANNIGHÖFER P, KAWALETZ H, TERWEI A, MÖLDER I, ZERBE S, AMMER C

Abstract: Black cherry (Prunus serotina Ehrh.) is considered to be an invasive species in different European ecosystems, like open land habitats and woodlands. In the study area, the ‘Valle del Ticino’ biosphere reserve (northern Italy), the species has established, since it reproduces and spreads. Its ability to dominate the understory of forests hampers the regeneration of native species. This can cause a shift in species composition, possibly lead to a loss of biodiversity, and modify ecological key processes. After being felled, P. serotina resprouts intensively, which makes it complicated to get rid of the species. The resprouting ability, however, is also an indication for the species’ biomass potential. This potential could be used, without surrendering to the objective of reducing the abundance of the species in the long run. The aim of this paper was to analyse different management options to derive recommendations for the future management of the species. The options were evaluated in terms of economic profitability and environmental compatibility. For this purpose, a stand development model was applied to simulate the P. serotina growth over a time period of 50 years. The results show that there are promising strategies, which are effective in reducing the abundance of P. serotina and could result in positive revenues for the land owners. The findings suggest only felling trees of larger diameter at breast height and not treating thinner trees. However, intensive harvesting approaches are to be avoided. They are not only quite laborious, but could also lead to a substantial nutrient depletion of the soils in the study area, which might affect the sustainable productivity of the forest. Furthermore, it can also be assumed that the resulting intensive disturbances and canopy openings would be conducive for the pioneer characteristics of P. serotina, which would indirectly again promote the species.


Bewirtschaftung einer invasiven Baumart – Waldbauliche Empfehlungen für die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina Ehrh.)

Kurzfassung: Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina Ehrh.) wird in vielen europäischen Ökosystemen, wie Offenlandhabitate und Wälder, als invasiv eingestuft. Im Untersuchungsgebiet, dem Biosphärenreservat ‚Valle del Ticino‘ (Norditalien), gilt die Art aufgrund ihrer Reproduktion und Ausbreitung als etabliert. Ihre Fähigkeit, den Unterstand in Wäldern zu dominieren, erschwert die natürliche Verjüngung heimischer Arten, was zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung, einem möglichen Verlust an Biodiversität und einer Modifizierung ökologischer Schlüsselfunktionen führen kann. Nachdem die Art gefällt wird, treibt sie vegetativ stark aus, was es schwer macht, die Art zurückzudrängen. Die Fähigkeit zum starken Stockausschlag ist aber auch ein Indiz für das Biomassepotenzial der Art. Dieses Potenzial könnte genutzt werden, ohne vor dem Ziel, die Abundanz der Art langfristig zu reduzieren, kapitulieren zu müssen. Das Ziel dieser Untersuchung war eine Analyse unterschiedlicher Bewirtschaftungsoptionen, um daraus Handlungsempfehlungen für die zukünftige Bewirtschaftung der Art abzuleiten. Die Optionen wurden im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit bewertet. Zu diesem Zweck wurde ein Bestandesentwicklungsmodell angewandt, um das Wachstum von P. serotina über einen Zeitraum von 50 Jahren zu simulieren. Die Ergebnisse zeigen vielversprechende Strategien, um die Abundanz der P. serotina zu reduzieren und positive Einnahmen für die Grundbesitzer zu generieren. Die Ergebnisse legen nahe, nur Bäume größerer Brusthöhendurchmesser zu fällen und von der Behandlung dünnerer Bäume abzusehen. Dabei sollte auf intensive Fällmaßnahmen verzichtet werden. Sie sind nicht nur sehr arbeitsintensiv, sondern sie könnten zu einer substanziellen Nährstoffverarmung der Böden im Untersuchungsgebiet führen, die die nachhaltige Produktivität der Wälder gefährden könnte. Außerdem kann davon ausgegangen werden, dass die dabei entstehenden intensiven Störungen und Auflichtungen dem Pioniercharakter von P. serotina eher zuträglich sind und die Art so wiederum indirekt fördern würden.

© DLV München

 

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