Holzenergie Naturschutz, Landschaftspflege

120 ha Agroforst entsteht in Norddeutschland

Bearbeitet von Carolin Föste

In Norddeutschland soll in der Nähe von Magdeburg eines der größten zusammenhängenden Agroforstsysteme des Landes entstehen. Das Projekt in Sachsen-Anhalt initiiert der Naturland Betrieb Warnke Agrar GmbH. Über 120 ha sollen dort nachhaltig bewirtschaftet werden.

Das Agroforst-Projekt beginne im April und wird bis Anfang 2023 auf die Beine gestellt. Gestartet werde vorerst mit 8 ha kombinierter Land- und Forstwirtschaft. Nach der Pflanzung im Herbst werde die Fläche weiter gepflegt und vor Wildverbiss geschützt.

Klimawandel mit großem Agroforst entgegenwirken

Die Land- und Forstwirtschaft stehen in Deutschland vor ähnlichen Problemen, beschreibt Naturland Zeichen GmbH in einer aktuellen Meldung zu ihrem Vorhaben. Die Branchen müssen neue Konzepte entwickeln, denn die jeweiligen Flächen seien wichtiger Sauerstofflieferant und Kohlenstoffspeicher. In Kombination könne man mit Gehölzen auf dem Acker der Erosion sowie Wasserverlusten entgegenwirken. Die Landschaft würde außerdem abgekühlt. Gehölze speichern Kohlenstoff und verbessern so die CO2-Bilanz der Flächenbewirtschaftung. Außerdem geben Bereiche in denen Land- und Forstwirtschaft gemeinsam gedacht werden Struktur und bieten Wildpflanzen, Tieren und Insekten einen Unterschlupf.

Die Industrialisierung habe ein ehemals mit Gehölzen strukturiertes Bild der Landwirtschaft zurückgedrängt, dem soll das neue Agroforst-Projekt entgegenwirken: „Die moderne Agroforstwirtschaft hebt die historisch entstandene Trennung von Wald und Landwirtschaft wieder auf“, erläutert Christian Warnke, Naturland Landwirt. „Indem wir Bäume und Sträucher zurück auf Acker und Grünland bringen und so in die Landwirtschaft integrieren, wird das ganze System nachhaltig umgestaltet.“

So werde die Flächenbewirtschaftung mit Naturschutz verbunden. Bäume und Sträucher haben während und nach ihrer Zeit auf dem Acker vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Nicht nur Energieholz, auch Bauholz, Futterlaub, Nüsse und Obst könne man verwerten.

Acker mit Forstpflanzen ist teuer

Die natürliche Vielfalt will Christian Warnke weiter fördern. Dr. Uta Mitsch unterstützt ihn dabei. Die Entwicklerin des Projekts beplant gemeinsam mit ihm die 120 ha Acker, die nun Agroforst werden sollen. Unterstützt wird der Projekt-Initiator Warnke, der 2021 für insektenfreundliche Landwirtschaft ausgezeichnet wurde, außerdem von Nero GmbH, einem Hersteller von Bio-zertifizierter Grillkohle.

Denn Agroforst-Systeme seien teuer, Einnahmen erreiche man erst nach einiger Zeit. Daher habe sich das Augsburger BBQ-Unternehmen Nero als Sponsor gefunden. „Gemeinsam für den Wald!“ sei das Motto und verschaffe dem Thema in Super-, Bio- und Baumärkten Sichtbarkeit. „Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir uns noch stärker engagieren können und haben uns in diesem Zusammenhang auch mit vielen klassischen Aufforstungsprojekten auseinandergesetzt. Letztendlich sind wir aber zu dem Schluss gekommen: Aufforstung allein reicht nicht! Wir möchten mit dem Agroforst-Projekt unseren Beitrag zu einem Umbau des Systems leisten, sodass auch zukünftige Generationen davon profitieren können“, sagt Aaron Armah, einer der Gründer und Geschäftsführer von Nero.

Quelle: Naturland Zeichen GmbH