Forstpolitik

100 Mio. CHF Soforthilfe für den Schweizer Wald

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Am 1. Juni hat der Schweizer Ständerat die Motion „Sicherstellung der nachhaltigen Pflege und Nutzung des Waldes“ von SR Daniel Fässler einstimmig angenommen. Damit sei der Weg frei, dass der Schweizer Wald bald Mittel zur Verfügung gestellt bekommt, um sich den Herausforderungen durch das veränderte Klima, Sturmschäden und den vermehrten Käferbefall zu stellen, teilt der Waldbesitzerverband WaldSchweiz mit.

Entsprechend hocherfreut zeigte sich Daniel Fässler, Präsident von WaldSchweiz: „Eine so deutliche Annahme einer Motion ist nicht selbstverständlich. Dieser parteiübergreifende Konsens für den Wald bestärkt mich darin, die Anliegen des Waldes und seiner Eigentümerinnen und Eigentümer weiterhin mit Nachdruck zu vertreten.“

Dank gilt den Kantonen und dem BAFU

Der Erfolg der Motion (wie in der Schweiz parlamentarische Anträge zu Gesetzesinitiativen genannt werden) sei auch den Kantonen zu verdanken. Sie haben sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt in den parlamentarischen Prozess eingebracht und Bereitschaft signalisiert, bei der Umsetzung mitzuhelfen. Dies im Wissen, dass sie selber ebenfalls 100 Mio. CHF an Leistungen erbringen werden müssen. „Nebst den Kantonen gebührt auch dem Bundesamt für Umwelt mein Dank“, so Fässler. Denn es habe den Vorstoß konstruktiv aufgenommen und sich bereits Gedanken zur Umsetzung gemacht.

WaldSchweiz beteiligt sich aktiv an Umsetzung

Die Vorarbeit sei wichtig, so WaldSchweiz, denn der große Teil der Arbeit fange erst an: Jetzt gelte es, den Forstleuten die richtigen Instrumente zur Verfügung zu stellen, damit die vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden können. Dabei werde sich WaldSchweiz aktiv einbringen und die Maßnahmen über seine Kanäle bekannt machen.

Herausforderungen

Neben den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder, stellen sich den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern weitere dringende Herausforderungen, erklärt Daniel Fässler. Dazu gehöre schon länger der Holzmarkt, wo der Wald faire Preise für ehrliche Arbeit fordere.

Die Mittel aus der Motion Fässler sollen Maßnahmen zugutekommen, die nicht wirtschaftlich sind und deshalb Beiträge benötigen. Auf der anderen Seite werden am Holzmarkt für Konstruktions- und Schnittholz momentan historische Höchstpreise erzielt, während die Waldbesitzer mit dem Verkauf von Rundholz Verluste einfahren.

Diese Ungleichheit müsse korrigiert werden. Denn: «Holz als Rohstoff hat eine gute Zukunft vor sich. Aber es muss die Basis dafür geschaffen werden, diesen auch wirtschaftlich nachhaltig nutzen zu können» sagt Fässler abschließend. Damit laufe die Zeit des billigen Rohstoffs Holz ab.

Quelle: WaldSchweiz