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Landrat Dr. Axel Lehmann (r.), Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast (l.), Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes (2.v.r.), und Daniel Telaar, Leiter der Naturschutzbehörde des Kreises Lippe, begutachten eine 235 Jahre alte Eiche im Forstrevier Nassesand, die dank der Förderung durch den Kreis nicht geerntet wird. altern und irgendwann absterben kann.

100 Bäume für Naturschutz und Artenvielfalt

Die Naturschutzbehörde des Kreises Lippe in Nordrhein-Westfalen hat 100 Altholzbäume in den Landesverbandswäldern aus der Bewirtschaftung genommen. So soll der Naturschutz und die daraus entstehende Artenvielfalt gefördert werden.

Bislang wurde der Wert der Wälder vor allem an einer Funktion bemessen: am Holzvorrat. Waldbesitzer stellen aber nicht nur die Lieferung des nachwachsenden Rohstoffs Holz sicher, sie erbringen mit ihren Wäldern vielfältige Leistungen für die Gesellschaft. Oftmals geschieht dies ohne eine Vergütung oder Anerkennung. Dass dies auch anders gelingen kann, beweisen der Landesverband Lippe und der Kreis Lippe: Letzterer ermöglichte es dem Landesverband, 100 alte Bäume unter Schutz zu stellen.

Altholzbäume fungieren als Lebensgrundlage

„Die Naturschutzbehörde des Kreises Lippe hat 100 Altholzbäume in Landesverbandswäldern für den Betrag von 40.000 € erworben. Wir haben diese Bäume aus der Bewirtschaftung herausgenommen. Sie können nun noch älter werden, absterben und so Pilzen, Pflanzen und Tieren als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen und so zur Artenvielfalt beitragen“, sagt Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast. Das Geld stellt der Kreis Lippe über den Haushalt bereit: Im Zuge der Sanierung der Fürstenallee musste der Kreis einige ältere Bäume entnehmen. Zum Ausgleich können die Bäume in den Wäldern des Landesverbandes in und um Schlangen länger verbleiben: „Der Kreis Lippe übernimmt gerne Verantwortung, wenn es um mehr Artenvielfalt und den Erhalt von Lebensräumen geht. Dazu gehört es auch, dass wir nach Möglichkeiten suchen, notwendige Eingriffe in die Natur an anderer Stelle zu kompensieren“, betont Landrat Dr. Axel Lehmann.

Förderprogramme machen Naturschutzleistungen möglich

Seit einigen Jahren setze langsam ein Umdenken in der Gesellschaft hinsichtlich des tatsächlichen Werts der Wälder ein, so Düning-Gast: „Mehr und mehr rücken die Leistungen in den Fokus, die Waldbesitzer mit der Bewirtschaftung ihren Forsten über die Holzernte hinaus erbringen.“ Ihre Wälder sind Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger, sie sind Wasser- und Luftfilter, bieten Schutz vor Hitzewellen oder Bodenerosion und sie sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere und damit ein Garant für die Artenvielfalt. „Auch diese Leistungen müssen gewürdigt und honoriert werden, insbesondere dann, wenn das Herausnehmen von Bäumen aus der Bewirtschaftung oder die Stilllegung von Flächen dazu führt, dass dem Waldbesitzer wichtige Einnahmen fehlen. Für den Landesverband Lippe sind die Einnahmen aus der Holzernte essenziell, deshalb sind wir dankbar, dass der Kreis Lippe mit diversen Förderprogrammen es Waldbesitzern ermöglicht, Naturschutzleistungen zu erbringen.

 

Lesen Sie hierzu auch einen Beitrag aus dem Jahr 2019 über den Landesverband Lippe und dessen regelmäßige Teilnahme an Förderprogrammen zum Schutz von Alt- und Biotpobäumen. 

Quelle: Kreis Lippe

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