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10 Jahre FriedWald in Deutschland

10 Jahre FriedWald in Deutschland

Am 7. November 2001 wurde im Reinhardswald bei Kassel der erste FriedWald in Deutschland eröffnet. Was damals noch als Sensation galt, hat sich heute zu einer alternativen Bestattungsform etabliert: Inzwischen bietet FriedWald in 41 Wäldern in ganz Deutschland Beisetzungen unter Bäumen an. 2124 Hektar Waldfläche sind bereits zu FriedWald-Standorten umgewidmet. 24.540 Menschen sind bisher in einem FriedWald beigesetzt worden.
Urnenbestattungen im Wald sind heute gefragter denn je. Laut einer TNS-Emnid-Umfrage können sich elf Prozent aller Deutschen vorstellen, in einem FriedWald die letzte Ruhe zu finden. Das war nicht immer so. „Als wir den FriedWald Reinhardswald vor zehn Jahren eröffneten, herrschte noch jede Menge Skepsis“, erinnert sich Fritz Mewes, der sich als einer der ersten Förster von Anfang an um die Pflege und Betreuung des ältesten und größten FriedWald Deutschlands kümmerte. Sowohl die Kommunen als auch die Kirchen waren anfänglich gegen die Naturbestattung. Diese Einstellung hat sich mit der Zeit gewandelt. Die Kommunen sehen den FriedWald als Chance und auch die Kirchen haben sich geöffnet: Viele Beisetzungen im FriedWald werden kirchlich begleitet. Welche Rituale die Beisetzung in einem FriedWald begleiten, bleibt allerdings den Wünschen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen überlassen.
Wandel des Försterberufs
Mit FriedWald hat sich nicht nur die Bestattungskultur, sondern auch der Beruf des Försters gewandelt. Förster in einem FriedWald zu sein bedeutet neben Pflege und Erhaltung des Waldes auch die Betreuung der Menschen vor Ort. Der FriedWald-Förster erläutert Interessenten im Rahmen von Waldführungen das Konzept der Naturbestattung, berät bei der Auswahl des Baumgrabes und organisiert und begleitet Beisetzungen. Bei diesem vielfältigen Aufgabengebiet, bei dem der Umgang mit trauernden Menschen eine große Rolle spielt, ist Einfühlungsvermögen gefragt. Doch schon der Wald an sich spendet den Menschen Trost: „Der Wald macht die Menschen frei, auch wenn viele einen traurigen Anlass haben, hierherzukommen. Die Trauer ist da, aber ich glaube, hier können sie besser damit umgehen“, sagt Förster Roland Honecker, der den FriedWald Odenwald betreut.
 

www.friedwald.de

 
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