Modisch oder sicher?
In Skandinavien ist es längst Usus: Wer mit oder in der Nähe von Forstmaschinen arbeitet, trägt in der Regel entsprechende Warnschutzbekleidung. Setzt sich dieser Trend in Deutschland fort?
- Die Signalfarbflächen der Jacken müssen ein Drittel bis die Hälfte jeweils der Jackenvorderseite und der Jackenrückseite einnehmen. Mehr Signalfläche ist immer wünschenswert.
- Mindestens die Oberarme sind in Signalfarbe auszuführen. Besser ist es, wenn der ganze Ärmel in Signalfarbe ausgeführt ist, da die Arme die am meisten bewegten Körperteile des Forstwirts sind und sich dies vor allem bei Arbeiten im Bestand deutlich abzeichnet.
- Die Farbhaltigkeit der Signalfarbpartie muss über die gesamte Einsatzdauer gewährleistet sein. Rasches Ausbleichen führt zu Mängeln in der Erkennbarkeit.
- Die früher hauptsächlich im europäischen Ausland verwandte Warnfarbe „Gelb“ darf nur in Verbindung mit einer weiteren auffälligen Farbe Anwendung finden. Der Prüfausschuss des KWF entscheidet bei den Prüfsitzungen im Einzelfall über das O.K. bei den Signalfarben von Jacken.
- Signalfarben von Jacken sollten künftig in Richtung leuchtorange ausgelegt sein. Der Prüfausschuss des KWF stellt fest, dass die in der EN 471 vorgegebenen Farben (zum Beispiel: Warntec orange 20073/3, red 20871/3, RT orange 21975/3, Angaben der Fa. Lauffenmühle) dem Stand der Technik am besten entsprechen und hat beschlossen, künftig nur noch Farben gemäß dieser Norm an Waldarbeiterschutzanzügen zuzulassen.
Signalgelb ist für den Wald schlechter geeignet als Signal-orange. Ersteres bekommt in der Dämmerung einen Grün-Stich, was die Sichtbarkeit verschlechtert. Zu viele kleine Elemente auf einem Anzug erzeugen einen „Camouflage-Effekt“. Das heißt, die Konturen verschwimmen.
Forstwirte sollen sich optisch keinesfalls Müllwerkern oder den Mitarbeitern von Autobahnmeistereien angleichen. Moderne, hochwertige und modische Waldarbeitsanzüge tragen schließlich auch zu einer größeren Wertschätzung des Berufsstandes bei. Und zwar nach innen und außen. Doch wenn es hilft, Unfälle zu verhindern, zum Beispiel bei Arbeiten in Naturverjüngungen oder beim Fällen in Zusammenarbeit mit einem Harvester, sollten modische Aspekte untergeordnet werden.
Johannes Hädicke





































