Redaktion
17.06.2013 | Baum und Natur |  Baumpflege

Deutsche Baumpflegetage 2013

Die Deutschen Baumpflegetage fanden in diesem Jahr vom 23. bis 25. April in der Messe Augsburg statt. Der größte Event für die Baumpflege-Branche in Europa lockte wieder mehr als 1 000 Teilnehmer in die Fuggerstadt. Naturschutz, Baumstatik und Baumpflege sowie Baumkrankheiten und Baumkontrolle waren die Themenschwerpunke der diesjährigen Tagung. Das Kletterforum, eine Vorführungs- und Vortragsrunde für die Baumpflege-Praktiker, feierte in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum.

Die Deutschen Baumpflegetage verstehen sich als die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Das unverwechselbare der Veranstaltung ist das Zusammenwirken der Bestandteile Fachtagung mit wissenschaftlicher Posterausstellung, Kletterforum, Fachmesse sowie die Kunsausstellung Arbor-Art. Fachpartner der diesjährigen Tagung waren das Bundesamt für Naturschutz sowie die sag Baumstatik. Mit nahezu 1 200 Teilnehmern kamen so viele Interessierte zu den Deutschen Baumpflegetagen nach Augsburg wie nie zuvor. Über 60 % der Teilnehmer waren alle drei Veranstaltungstage vor Ort. Erstmals wurden im Rahmen der Tagung auch zwei Workshops angeboten.
Fachtagung

Insgesamt 24 Vorträge wurden in diesem Jahr auf der Fachtagung geboten (zwei Vorträge mussten krankheitsbedingt abgesagt werden, weitere 13 Vorträge bzw. auch Vorführungen gab es im Kletterforum). Jeder Tagungstag folgte einem Themenschwerpunkt. Der erste Veranstaltungstag stand unter dem Tagesthema Naturschutz. Vorträge zum Artenschutzrecht, Habitatstrukturen an Bäumen, Alleen und urbanen Waldflächen standen auf dem Programm. Der zweite Veranstaltungstag behandelte das Tagesthema Baumstatik und Baumpflege. Die Dynamik der Bäume im Wind, Baumverankerungssysteme, Risikoabschätzung von Bäumen oder auch Erziehungs- und Aufbauschnitt in der Baumpflege waren hier die Themen. Der letzte Tag der Veranstaltung widmete sich dem Tagesthema Baumkrankheiten und Baumkontrollen. Vorträge zur Trockenstresstoleranz bei Stadtbäumen, dem Eschentriebsterben, dem Asiatischen Laubholzbockkäfer und Citrusbockkäfer und zur Rosskastanien-Miniermotte fanden ein interessiertes Publikum. Zum Abschluss der Tagung wurde der aktuelle Baum des Jahres, der Wildapfel, vorgestellt.

Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Veranstalter der Tagung, begrüßte die Teilnehmer zu den 21. Baumpflegetagen in Augsburg, die zum fünften Mal in der Messe der Stadt veranstaltet wurde. Aus 14 Ländern sind die Tagungsteilnehmer angereist. Dujesiefken betonte das zunehmend länderübergreifende Interesse (auch 6 Referenten kamen aus dem Ausland) an den Deutschen Baumpflegetagen.

In der Einführung in die Tagung überbrachte Matthias Herbert, Bundesamt für Naturschutz (BfN), Leipzig, Grüße der BfN-Präsidentin Beate Jessel. Herbert verwies auf die Naturbewusstseinsstudie des BfN, laut der Grün immer auch Gesundheit bedeute. Natur ist eine Herzensangelegenheit für die Deutschen, so heißt es in der Studie. Herbert fragte in Augsburg: "Wie nachhaltig können Baumpflanzungen sein?"

Nach diesen einführenden Worten versuchten Prof. Dr. Michael Suda, Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik, TU München, und Dr. Renate Mayer der zwiespältigen Liebesbeziehung zwischen Mensch und Baum näher zu kommen. Zunächst beschrieb Suda die vielfältigen positiven Wirkungen der Bäume (und des Waldes) auf uns Menschen, dokumentiert in zahlreichen Werken vieler Kulturen und Sprachen über die Jahrhunderte hinweg. Vor diesem Hintergrund wird die Fällung (Nutzung) der Bäume in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zumeist als etwas Negatives angesehen. Gegensätze (zwiespältige Beziehung), denen man zur Annäherung nicht mit herkömmlichen Denkmustern, nicht in gewohnten Rastern beikommen sollte, meinte Suda. Vielmehr sei Flexibilität nötig, Rhizomdenken, wie er es nannte. Damit ist (wie das Wachstum von Rhizomen) kein lineares, sondern das (für uns) ungeordnete und richtungslose Wachsen aus verschiedenen Bereichen zur gleichen Zeit in verschiedene Richtungen gemeint.
 
Und als ob zu dieser interdisziplinären Herangehensweise auch die anschauliche Didaktik in Form von Theatersketchen zählt, konnte das Publikum anschließend Suda und Mayer als Schauspieler erleben: Sie trugen Beispiele der zwiespältigen Liebesbeziehung zwischen Baum und Mensch bühnenreif vor. Gewisse Grundkonflikte (Wer sind wir?, was machen wir wie?) wurden in dem komödiantischen Spiel thematisiert. Ersteres, als die Wortspielerei Chirurg versus Baumchirurg in einem Telefonat auf die Spitze getrieben wurde; zweites, als sich ein Apfel- und ein Birnenbaum ob der an ihnen in unterschiedlicher Qualität durchgeführten Pflege/Schnittmaßnahmen über die Grundstücksgrenze hinweg austauschten. Suda und Mayer lenkten den Blick auf Widersprüche (Bäume lieben und schützen wir nur solange, wie sie uns persönlich nicht im Wege stehen bzw. uns nicht schaden) und sprachen damit das Publikum direkt an.
Natur- und Artenschutz

Nach dem Auftakt starteten die Fachbeiträge des ersten Tages. Das Artenschutzrecht und dessen Umsetzung in die Baumpflege war das Thema von Andreas Detter aus Gauting. Mit vielfältigen Fallbespielen näherte er sich diesem aktuellen Thema aus der Sicht des Praktikers. Natürlich müsse die Verkehrssicherheit bei Bäumen immer gewährleistet werden, gleichwohl komme dem Artenschutz bei der Frage des Wie? hier eine Vorrangstellung zu. Baumpfleger stehen da nicht selten vor einem grundsätzlichen Problem: Das Ziel fachgerechter Baumpflege sind vitale, gesunde und verkehrssichere Bäume. Viele geschützte Arten hingegen sind auf Zerfallsstadien des Baumes angewiesen bzw. sind aktiv daran beteiligt. Damit der Berufsstand nicht permanent Ausnahmeregelungen oder Befreiungen von Naturschutzämtern einholen muss, würde es nach Ansicht Detters sehr helfen, wenn Baumpfleger ähnlich wie in der Forstwirtschaft durch eine generelle Ausnahmeregelung (gute fachliche Praxis) von Verboten freigestellt wären. Der Schutz der Arten und ihrer Habitate sollte seiner Ansicht nach aber in den Standards für Baumpflegearbeiten (z.B. ZTV-Baumpflege) angemessen aufgenommen werden.

Wie Habitatstrukturen an Bäumen erkannt werden können, erläuterte Claus Wurst aus Heilbronn. Für ihn ist das Erkennen der Habitate der Schlüssel zum effektiven Artenschutz in der Baumpflege. In einem anschaulichen, da reich bebilderten, Leitfaden stellte er die wichtigsten Lebensräume vor. Über oberflächliche Verletzungen und lokale abgestorbene Bereiche über deutliche Schäden wie Kronen- und Starkastabbrüche und Wipfeldürre bis hin zu den Klassikern: Höhlen, Mulm und Pilzfruchtkörper: Wurst zeigte und erklärte, worauf Baumpfleger ihr Augenmerk richten sollten und wie sie die verschiedenen Habitate bewerten können. Wertvolle Hilfe kann hier auch der kleine Praxisratgeber: Lebensraum Alter Baum geben, der in Fächerform die wichtigsten Arten, Spuren und Strukturen zeigt (www.nuernbergerschule.de).

Einen interessanten Beitrag zur ökologischen Stadterneuerung verfolgt man derzeit in der Stadt Leipzig. Dort werden urbane Waldflächen angelegt (und vom Bundesamt für Naturschutz in einem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert). Regina Dietrich (Stadt Leipzig), Verantwortliche dieses Projektes, trug vor: "Wir wollen den Wald ins Stadtquartier holen." Wobei es sich nicht um Wald im Sinne von geregelter Forstwirtschaft handelt. Vielmehr wird versucht, die Brachflächen der Stadt extensiv zu gestalten. Nicht ganz unwichtig hierbei ist die ökonomische Seite der Medaille: Laut Dietrich würde eine Grünanlage Herstellungskosten von bis zu 70,- €/m2 verursachen. Und später schlage noch der wesentlich höhere Pflegeaufwand dieser gärtnerischern Flächen zu Buche. Urbaner Wald koste dagegen 5,60 €/m2, die anschließenden Pflegekosten würden sich in Grenzen halten. 2 000 ha Waldbestand (Stadt-, Privat-, Kirchen- und Landeswald) gibt es derzeit auf der 300 km2 umfassenden Stadtfläche. Das sind 7 % der Stadtfläche. Zum Vergleich: Der Waldflächenanteil im Freistaat Sachsen beträgt 27 %, in der Stadt Dresden 20 % und in der Stadt Chemnitz 14 % [1]. Das Ziel, den Waldanteil in Leipzig auf 3 000 ha (10 % des Stadtgebietes) zu erhöhen, macht also durchaus Sinn.

Inzwischen befinden sich auch schon zwei von vier Modellflächen in der Realisierung. Gepflanzt werden je nach Standort verschiedene Arten. Gemeinsam ist den vier Modellstandorten aber, dass diese jeweils mit einem Anteil von 60 % durch eine Sorbus-Art (Eberesche, Elsbeere, Mehlbeere, Speierling) geprägt sein werden. Zusammen mit begleitenden Baumarten (Weißdorn, Feldahorn, Bergahorn, Stiel- und Traubeneiche, Vogelkirsche, Sommer- und Winterlinde) sollen eher lichte, hohe Wälder gebildet werden.
 
Die ökologisch hochwertigen innerstädtischen Freiflächen unterscheiden sich von herkömmlichen (Wirtschafts-)Wäldern auf der einen Seite und (gärtnerischen) Grünanlagen auf der anderen Seite. Herstellung und Bewirtschaftung erfolgt aber mit forstlichen Mitteln. Die urbanen Waldflächen unterliegen auch dem Waldgesetz. Dietrich: Die erfolgreiche Planung und Realisierung urbaner Wälder gelingt nur in der engen Zusammenarbeit mit Forstfachleuten. Dies sind in dem Projekt v.a. das kommunale Stadtforstamt Leipzig (Abteilung Stadtforsten) sowie das Institut für Forstbotanik und Forstzoologie (TU Dresden).
Die Dynamik der Bäume im Wind
Einer der Höhepunkte des Tages war der Beitrag Tree Dynamics in Winds (Die Dynamik der Bäume im Wind) vom Australier Dr. Kenneth R. James. Andreas Detter fungierte als Übersetzer. Detter hatte bereits den Beitrag, der im August 2012 im Journal Arborist news erschienen ist, für das Jahrbuch der Baumpflege 2013 mit übersetzt. Laut James verhalten sich Stadtbäume (Bäume mittlerer Größe zwischen 10 und 60 m) aufgrund ihrer Baumform (Höhe und Breite, Verzweigungsstruktur, Schlankheitsgrad) und den Proportionen ihrer Äste bei Windlast anders als kleine oder sehr große Bäume. Der Grund: Einzeln stehende Stadtbäume haben meist eine breitere Form, bei der die Äste und nicht der Stamm den Großteil des Baumes bilden. Die Äste schwingen zeitlich und räumlich gegeneinander und bauen so Windenergie ab [2]. Interessant ist, dass James in diesem Zusammenhang auf vorläufige Forschungsergebnisse hinwies, wonach ein Rückschnitt bei einigen Baumarten möglicherweise zu vermehrtem Astbruch führen könnte, da dadurch die Dämpfungseigenschaften der Krone vermindert werden könnten.
 
Aktuelle Untersuchungsergebnisse zu Zugversuchen

Zugversuche werden seit vielen Jahren in der biomechanischen Forschung eingesetzt, um Erkenntnisse zur Belastbarkeit von Bäumen zu gewinnen. In der Regel werden die Bäume dabei bis zum endgültigen Versagen belastet und zerstört. Für die eingehende Untersuchung der Verkehrssicherheit im Rahmen des Baummanagements werden zerstörungsfreie Verfahren benötigt, um Bäume mit erhöhter Versagensgefahr identifizieren und gleichzeitig ausreichend sichere Exemplare zu belassen. Durch die wertvolle Vorarbeit an der Universität Stuttgart und den langjährigen Einsatz in der Praxis ist mit dem baumstatischen Zugversuch eine weltweit angewandte Untersuchungsmethode entstanden.
 
In einem aktuellen Forschungsprojekt der Autoren, das seit über einem Jahr an der HAWK Göttingen durchgeführt wird, werden Einflussfaktoren auf das Ergebnis von Zugversuchen und die Eignung der im Zugversuch ermittelten Hilfsgrößen (Faserstauchung und Neigung der Wurzelplatte) für die Abschätzung der Belastbarkeit des Baumes überprüft. Der heutige Stand der Zugversuchsmethode und erste Ergebnisse der laufenden Forschungsarbeiten wurden auf den deutschen Baumpflegetagen 2013 in einem Vortrag und mehreren Postern präsentiert (Andreas Detter & Steffen Rust).
 
Untersuchungen von Baumverankerungen an Jungbäumen

Jochen Brehm aus Bestensee und auch Dr. Axel Schneidewind, Zentrum für Gartenbau und Technik Quedlinburg, untersuchten verschiedene (oberirdische und unterirdische) Baumverankerungssysteme. Beide kamen mit gewissen Einschränkungen zu dem Ergebnis, dass sich konventionelle Baumpfahlanbindungen (Drei- oder Zweibock, ggf. Querlatten, Baumbindung) im Grunde am besten als Baumsicherungssysteme eignen. Dies gilt laut Schneidewind v.a. an stärker windbelasteten Endstandorten mit STU unter 20 cm. Allerdings reiche hier eine zweijährige Verankerungszeit zumeist nicht aus. Es sollte mind. eine dreijährige Standzeit ausgeschrieben werden. Wichtig sei es zudem, die Ballierkörbe in der Pflanzgrube zu öffnen und herunterzudrücken. Sie werden sonst eingewachsen bzw. überwallt, was laut Schneidewind zu auffälligen Schäden am Wurzelwerk führt. Brehm zufolge könnte die Anbindehöhe bei Baumpfahlverankerungen deutlich tiefer als bisher üblich liegen; schon bei 1 m würde die Baumstatik ausreichend gewährleistet werden.

Baumkrankheiten

Welche baumbiologischen Anpassungs- und Schutzstrategien besitzen (Stadt-) Bäume gegen Trockenstress? Lassen sich diese verallgemeinern und auch auf weniger bekannte Baumarten übertragen? Welche Arten sind hier besonders tolerant? Prof. Dr. Andreas Roloff, TU Dresden, stellte Untersuchungen dazu aus seinem Hause vor. Danach wurden (aus zunächst 42 Kenngrößen) 9 Parameter oder Eigenschaften als die potenziell interessantesten angesehen. Dazu zählen Eigenschaften wie glänzende/ledrige/dicke Blätter, behaarte Blätter, Dornen oder Zerstreutporigkeit des Holzes. Daraufhin überprüfte man, inwiefern diese neun Eigenschaften auch für normale Bäume als charakteristisch gelten können. Schließlich blieben 7 Indikatoren für die Trockenstresstoleranz übrig. Das Ranking ergab folgende Rangliste:

  • Vorkommen auf trockenen Standorten,
  • glänzende und/oder dick-ledrige Blätter,
  • Blätter unterseits bläulich/grau oder silbrig/weiß,
  • gefiederte oder stark gelappte Blätter,
  • sehr hohe Frosttoleranz,
  • kleine Blätter bzw. Fiederblättchen,
  • Baumart mit Dornen.

Baumarten, die diese Eigenschaften (mehr als vier) besitzen, sind laut Roloff der Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense), Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum) sowie der Rotahorn (Acer rubrum). Sein Fazit: Äußerlich erkennbare Eigenschaften von Bäumen und Spross, kombiniert mit autökologischen Parametern, können eine wertvolle Hilfe bei der Bewertung von Stadtbäumen sein. Dafür sollten allerdings immer mehrere der genannten Kriterien eingezogen werden.

Zum Eschentriebsterben äußerte sich Dr. Heinrich Lösing, LK Schleswig-Holstein, Ellerhoop. Die Toleranz von insg. 28 Arten und Sorten der Gattung Fraxinus gegenüber dem Erreger Chalara fraxinea Kow werden seit 2009 in Ellerhoop untersucht. Dabei konnten erhebliche Unterschiede bei den Sorten von F. excelsior L. ermittelt werden. So sei die gelbrindige Sorte Jaspidea besonders anfällig. Die schlankwüchsige Sorte Altena sei dagegen nach ersten Auswertungen nur gering anfällig. Am besten schnitten aber die geprüften Sorten bei den Arten F. americana, F. ornus und F. pennsylvanica ab. Bei ihnen konnte kein Befall ermittelt werden. Lösing: Insgesamt fällt auf, dass von den geprüften Arten bisher nur Arten aus der Sektion Fraxinus befallen wurden. An den Sektionen Meloides und Ornus wurde bisher kein Befall festgestellt.

Einen aktuellen Überblick über die Gefahr durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) und den Citrusbockkäfer (CLB) gab Dr. Thomas Schröder, Julius Kühn-Institut, Braunschweig. Immerhin hat der ALB Anfang Februar in Feldkirchen (Bayern) u.a. bereits ein kleines Wäldchen erobert. Der Befall in Feldkirchen ist in Deutschland der vierte bisher entdeckte Befallsort und vermutlich das bisher massivste Auftreten des äußerst gefährlichen Baumschädlings innerhalb der EU.

Schröder stellte auch die neuen (aus dem Jahr 2012) phytosanitären Maßnahmen bei CLB-Befall in einem EU-Mitgliedsland vor. Danach sind u.a. in einem Radius von 100 m vom befallenen Baum vorsorglich bestimmte Wirtspflanzen zu fällen (Infos zu den Wirtspflanzen und zu den weiteren durchzuführenden Notmaßnahmen unter: www.jki.bund.de).

Posterausstellung
Die wissenschaftliche Posterausstellung bot auch in diesem Jahr an allen drei Tagen die Möglichkeit, sich über neue Entwicklungen zu informieren. Es standen auch die Autoren für Diskussionen zur Verfügung. Neu war in diesem Jahr, dass einige Autoren ihre Posterbeiträge im großen Saal kurz vorstellten. Damit sind die Zuhörer vorab aus berufenem Munde informiert worden. Einige Themen waren: Verändern Kronensicherungen das Schwingungsverhalten von Bäumen?, Das Mäusejahr 2012 Infektionsgefahr durch das Hantavirus, Baumgutachten mithilfe DNA-basierter Methoden.
 
 
Kletterforum

Ein fester Bestandteil der Deutschen Baumpflegetage ist das Kletterforum, das vor 15 Jahren auf Initiative von Kay Busemannn und Dirk Dujesiefken gegründet wurde und sich zu einem weltweit einmaligen Treff für Baumkletterer entwickelt hat. Die Zusammenarbeit internationaler Experten, Baumpfleger sowie der Gartenbau-Berufsgenossenschaft in dem Forum hat die Seilklettertechnik (SKT) stark vorangebracht. Inzwischen sichert auch im Kletterforum der Deutschen Baumpflegetage ein Fachbeirat die Qualität der Beiträge. Dujesiefken brachte es auf den Punkt: Ohne Kletterforum wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind.

Mark Bridge, Kay Busemann und Knut Foppe blickten auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Begonnen hat alles in bescheidenden Ausmaßen im Jahr 1999 im Forum der Augsburger Kongresshalle (dem damaligen Verantaltungsort der Baumpflegetage) mit drei bis fünf Aussteller-Ständen und einigen wenigen Vorführungen. Gleichwohl traf das Angebot offenbar den Nerv der Praktiker. Schnell bezog man einen eigenen Saal in der Kongresshalle. Es wurden Themen bewegt, diskutiert und nach Lösungen gerungen: Von der Rettung im Baum über die Verwendung der Motorsäge beim Klettern bis hin zur Zertifizierung der Klemmknoten in der SKT. Mit dem Umzug in die Messe Augsburg im Jahr 2009 bieten sich nun auf dem Messegelände weitere Möglichkeiten, Arbeitsverfahren auch praktisch zu demonstrieren. Erinnert sei an die spektakuläre Kranvorführung im vergangenen Jahr.

51 Referenten aus 10 Ländern trugen bislang den Praktikern im Kletterforum vor. An Themen mangelt es auch für die Zukunft nicht, um aber weiterhin nah an der Praxis bleiben zu können, ist es den Machern ein Anliegen, dass relevante Themen aus dem Plenum an die Organisatoren weitergegeben werden.

Damit u.a. auch diese angemessen vorgeführt und diskutiert werden können, rüstet das Kletterforum auf: In diesem Jahr ist auf dem Messegelände ein Betonfundament geschüttet worden, auf dem zu den Deutschen Baumpflegetagen 2014 ein 10 m hoher Turm montiert werden soll. Auf oder an diesem Turm sollen dann die Vorführungen im Rahmen des Kletterforums stattfinden. Auch hier soll weiterhin der Rote Faden des Kletterforums deutlich sichtbar werden: Der Bezug zur Praxis.

Für Gesprächsstoff unter den Praktikern sorgte während der Deutschen Baumpflegetage 2013 die Diskussion um den Prusik Zigzag der Fa. Petzl. Ein Absturz-Unfall Anfang April in Deutschland stehe in Verbindung mit dem Bruch der oberen Verbindungsöse des mechanischen Prusiks Zigzag. Auch ein anderer Fall mit identischem Bruch wurde identifiziert. Nach Auskunft des Unternehmens wurden diese Brüche durch eine spezielle Querstellung und Verdrehung des Karabiners verursacht. Nachdem die Fa. Petzl zunächst am 19. April eine Sicherheitswarnung herausgab, kam während der Tagung in Augsburg (am 24. April) der Produktrückruf des mechanischen Prusik Zigzag.

Petzl weist darin darauf hin, dass die weitere Verwendung des Zigzag gefährlich ist. Als Vorsichtsmaßnahmen bittet das Unternehmen:

  • die Benutzung des ZIGZAG sofort einzustellen,
  • das Produkt mit Kaufnachweis an den Händler im jeweiligen Land zurückzusenden.

Eine neue Produktversion des Zigzag ist Petzl zufolge für Januar 2014 in Aussicht (weitere Infos: www.petzl.de).

ArborArt

Die ArborArt (Bäume Holz Kunst) ist seit über 10 Jahren fester Bestandteil der Deutschen Baumpflegetage: Im Foyer stellen verschiedene Künstler Werke zu Bäumen und Holz vor. Der jeweilige Baum des Jahres ist ein oft kunstvoll umgesetztes Thema auf der ArborArt. So beispielsweise bei Volkmar Zimmer. Der Künstler stellt seit Jahren im Rahmen der Deutschen Baumpflegetage aus. Der Baum des Jahres (2013: Der Wildapfel) war aber auch beim Günzburger Künstler Bernhard Schmid, der seinerseits das erste Mal in Augsburg ausstellte, mit von der Partie. An seinem Stand konnten nicht nur die beeindruckenden Baumskulpturen betrachtet werden, hier bot sich auch die Gelegenheit, in seinem neuen Buch Am Apfelbaum zu blättern. Was die ArborArt aber v. a. so besonders macht, ist die Möglichkeit des Austausches mit den Künstlern. Insofern war auch am Stand des Bogenbauers Stefan Raab aus Nördlingen, beim Bayreuther Motorsägenschnitzer Michael Schütt sowie bei Andreas Zimmermann aus Lollar/Salzböden reges Interesse am Stand festzustellen.

Messe
Die Messe der Deutschen Baumpflegetage konnte auch in diesem Jahr unabhängig von dem Tagungsprogramm jeden Tag einzeln besucht werden. 243 Interessierte nahmen dieses Angebot in diesem Jahr an. Sie konnten sich bei den 113 Ausstellern (2012: 105 Aussteller) aus dem In- und Ausland über Produktneuheiten informieren und praktische Vorführungen anschauen. In der Halle und im direkt anschließenden Innenhof der Messe wurden interessante Aktivitäten und Präsentationen geboten. So beispielsweise die Vorführung der Firma MSD Mobile Saugbagger.
 
Die Aussteller zeigten sich überwiegend sehr zufrieden mit dem Zuspruch, den Gesprächen und der Stimmung auf der Messe der Deutschen Baumpflegetage 2013. Die Bereitschaft der Besucher, sich mit den Ausstellern zu unterhalten, die Frequenz, mit der diese Gespräche stattfanden und die Qualität der Gespräche führten nicht zuletzt zu nennenswerten Abschlüssen. Die Stimmung war wirklich gut, so Irina Kaths-Knigge von der Geschäftsstelle Deutsche Baumpflegetage.
 
 
forstpraxis.de, TV-Partner der Deutschen Baumpflegetage
 
Mit forstpraxis.de, TV-Partner der Deutschen Baumpflegetage, war auch in diesem Jahr wieder ein Kamera-Team auf der Tagung unterwegs. Eine Reihe von Filmen wurde produziert und steht auf forstpraxis.de online.
 
 
Film: Deutsche Baumpflegetage 2013
Die Deutschen Baumpflegetage fanden in diesem Jahr vom 23. bis 25. April in der Messe Augsburg statt. Der größte Event für die Baumpflege-Branche in Europa lockte wieder mehr als 1 000 Teilnehmer in die Fuggerstadt.
direkter link

 
Film: Rundgang Deutsche Baumpflegetage 2013
In einem Rundgang informiert der Veranstalter der Deutschen Baumpflegetage, Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, über die diesjährige Veranstaltung. Sie fand statt vom 23. bis zum 25. April in der Messe Augsburg.
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Film: 15 Jahre Kletterforum auf den Deutschen Baumpflegetagen
Kay Busemann und Uwe Böckmann im Interview zum Jubiläum: 15 Jahre Kletterforum auf den Deutschen Baumpflegetagen in Augsburg.
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Weitere Bilder zum Artikel
  
Die Deutschen Baumpflegetage fanden in diesem Jahr vom 23. bis 25. April in der Messe Augsburg statt. 
Foto: M. Steinfath Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Veranstalter der Deutschen Baumpflegetage, begrüßt die Teilnehmer am 23. April in Augsburg. 
Foto: M. Steinfath Augsburg 2013: Vollbesetzter Vortragssaal.
Foto: M. Steinfath Geballte Infos gab es in der Posterausstellung.   Foto: M. Steinfath Prof. Dr. Michael Suda und Dr. Renate Mayer ergründeteten die zwiespältige Liebesbeziehung zwischen Mensch und Baum. 
Foto: M. Steinfath 15 Jahre gibt es das Kletterforum auf den Deutschen Baumpflegetagen.
Foto: M. Steinfath Viel Praxis gab es wieder im Kletterforum.   Foto: M. Steinfath Kommunikation – wichtig oder nicht?
Päsentiert von Florim Ajda, Arbres et Partenaires, Yverdon-les-Bains, CH / Gregor Hansch, Baumpartner, Basel, CH. Foto: M. Steinfath Praktische Vorführung im Kletterforum. Foto: M. Steinfath Dr. Thomas Schröder informierte zum ALB und CLB.   Foto: M. Steinfath ALB-Modell am Info-Tisch von Dr. Thomas Schröder - täuschend echt.   Foto: M. Steinfath Rip Tompkins, Arbormaster, Willington, CT, USA führte einen der zwei workshops durch. Foto: M. Steinfath Regina Dietrich, Stadt Leipzig. 
Foto: M. Steinfath Dr. Heinrich Lösing, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Gartenbauzentrum. Foto: M. Steinfath Prof. Dr. Andreas Roloff, Institut für Forstbotanik, TU Dresden, stellte wieder den Baum des Jahres vor. Foto: M. Steinfath Matthias Herbert, Bundesamt für Naturschutz, (BfN), Leipzig (Fachpartner). Foto: M. Steinfath Claus Wurst, Heilbronn. Foto: M. Steinfath Andreas Detter, Brudi & Partner, Gauting. Foto: M. Steinfath Auch die Messe war sehr gut besucht. 
Foto: M. Steinfath Holzkunst war in der ArborArt zu sehen. Hier von Bernhard Schmid.  Foto: M. Steinfath
Literaturhinweise

[1] www.leipzig.de/de/buerger/freizeit/leipzig/stadtwald/wissen/

[2] Dujesiefken, Dirk (2013): Jahrbuch der Baumpflege 2013, S. 85; Haymarket Media

 

M. Steinfath

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