Brandenburgs Forstleute Schirmherr für das Insekt des Jahres 2012

Proklamation des Hirschkäfers zum Insekt des Jahres 2012 (v. l.): Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Klausnitzer (Mitglied des Deutschen Entomologischen Instituts für Ökologie und Entomologie, Dresden), Prof. Dr. Holger Dathe (Vorsitzender des Kuratoriums Insekt des Jahres), Dr. Katrin Möller (Landesbetrieb Forst Brandenburg), Hubertus Kraut (Direktor LFB und Schirmherr Hirschkäfer-Insekt des Jahres 2012), Werner Schulze (Bundesfachausschuss Entomologie im NABU), Klaus Radestock (LFB), Dr. Markus Rink (Hirschkäferfreunde - Nature two e.V.)
Foto: Christian Naffin/LFB
Das Kuratorium Insekt des Jahres hat am 3. November im Berliner Naturkundemuseum seine Wahl für das Jahr 2012 bekannt gegeben. Der Hirschkäfer, der bis zu neun Zentimeter groß werden kann und damit der größte Käfer Mitteleuropas ist, ist Insekt des Jahres 2012. Er zählt zu den vom Aussterben bedrohten Arten in Deutschland. Das Kuratorium hat als Paten für den Hirschkäfer Brandenburgs Forstleute gewonnen, wie Hubertus Kraut, Direktor des Landesbetriebs Forst, betont.
 
Weil der Hirschkäfer als Bewohner alter Eichen immer weniger Lebensraum findet und auch immer weniger morsche Eichenwurzelstöcke vorhanden sind, an denen die Weibchen ihre Eier ablegen, ist sein Bestand in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.
 
Mit seinen „Methusalem-Bäumen", von denen in Brandenburgs Wäldern inzwischen weit über 100000 ausgewiesen sind, unterstützt der Landesbetrieb Forst Brandenburg den Lebensraum bedrohter Insekten. Für den Hirschkäfer sind das „Methusalem"-Eichen, die bei der forstlichen Bewirtschaftung der Wälder bewusst ausgeklammert und bis zu ihrem natürlichen Zerfall im Wald belassen werden. In ihren verschiedenen Zerfallsphasen sind sie dann Lebensräume für eine breite Palette von Pflanzen, Tieren und Pilzen, die speziell auf solche Habitate angewiesen sind und die Artenvielfalt um ein Vielfaches bereichern - so auch für den Hirschkäfer. Die Art gilt nach Bundesartenschutzverordnung als besonders gefährdet, die Europäische Union führt den Hirschkäfer im Anhang II der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie auf. In Brandenburg hat der Hirschkäfer vor allem in den süd- und mittelbrandenburgischen Gebieten mit unter 500 mm Jahresniederschlag in standörtlich relativ armen Traubeneichen-Kiefern-Birkenwäldern stabile Vorkommen.

In der Waldpädagogik ist der Hirschkäfer Sympathieträger im Waldnaturschutz. Mit der Hirschkäfer-Erlebniswelt im Haus des Waldes Heidesee sowie der jährlichen Hirschkäferfahndung in der Oberförsterei Doberlug im südlichen Brandenburg gibt es seit vielen Jahren Aktionen für die waldbezogene Umweltbildung, für den Waldnaturschutz und für die forstliche Öffentlichkeitsarbeit. Bis Dezember 2012, mit Schwerpunkt Mai bis August, wird es in  Brandenburg Veranstaltungen und Aktionen im Zeichen des Hirschkäfers geben.
 
 
Weitere Informationen hier
 
Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung: Hirschkäfer ist Insekt des Jahres 2012
 

Helga Koch/LFB

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